Junkies im Ruhestand

Heroin ist aus der Mode gekommen, die Sucht ein Problem von Senioren. Dank guter Therapiemöglichkeiten erreichen heute immer mehr Drogenpatienten das Rentenalter.
Von Gunther Müller

Der Mann in der hinteren Nische einer Filiale der Kaffeehauskette Aida hat fahle Haut, eingefallene Wangen und auffallend schlechte Zähne. Einfache Bewegungen wie Bücken oder Aufstehen fallen ihm schwerer als den meisten in seinem Alter.

Andererseits: Für einen 60-Jährigen, der ein Viertel seines Lebens schwer heroinabhängig war und sich täglich bis zu ein Gramm Heroin in den Unterarm schoss, wirkt Erich Heine erstaunlich fit. 2015 will er „noch einmal richtig durchstarten“, eine eigene Wohnung beziehen, ausgehen und, wer weiß, vielleicht sogar eine „neue Frau kennenlernen“.

Junkies sterben nicht mehr jung. Überall werden sie stetig älter. Viele Heroinsüchtige, die an Substitutionsprogrammen teilnehmen, erreichen problemlos das Pensionsalter. Doch es gibt kaum aussagekräftige Zahlen zu älteren Heroinsüchtigen. Harald Spirig, Geschäftsführer des Schweizer Hauses, einer Wiener Einrichtung für Drogentherapie, ist sich aber sicher: „Österreichweit gibt es bereits über 7.500 Drogensüchtige, die 50 Jahre und älter sind – Tendenz klar steigend.“

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